Arbeitsweise
Der Herz-&-Gehirn-Heilungsprozess als integrativer Rahmen
In meiner Arbeit steht keine Methode für sich allein. Alles, was ich tue, behandle oder vermittle, ist in den Herz-&-Gehirn-Heilungsprozess integriert. Dieser Prozess ist aus jahrelanger klinischer Erfahrung, internationalen Aus- und Weiterbildungen sowie einem kontinuierlichen Dialog zwischen moderner Psychologie, Neurowissenschaften, körperorientierter Traumaarbeit und Bewusstseinsentwicklung entstanden.
Die im Folgenden beschriebenen Methoden und Ansätze sind keine isolierten Techniken, sondern bilden das professionelle Fundament meiner Arbeit und den Rahmen, in dem mein Wissen verankert ist.
Trauma, Nervensystem und verkörperte Veränderung
Meine Sicht auf Trauma ist geprägt von der Erkenntnis, dass Trauma nicht primär in der Geschichte liegt, sondern im Körper und im Nervensystem. Die Arbeit von Bessel van der Kolk und Peter Levine hat dabei eine wichtige Rolle gespielt, insbesondere durch ihre Betonung der Speicherung von Trauma im Körper sowie der Bedeutung von Regulation und Sicherheit.
Darüber hinaus wurde mein Denken stark von der interpersonellen Neurobiologie nach Dan Siegel beeinflusst, in der Integration, Beziehungen und das Zusammenspiel verschiedener Bereiche des Gehirns im Mittelpunkt stehen. Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage meiner Arbeit mit Klientinnen und Klienten, die in Überlebensmustern, emotionaler Dysregulation oder chronischem Stress feststecken.
Compassionate Inquiry und die Arbeit mit dem inneren Erleben
Ich habe das Compassionate Inquiry Professional Training von Gabor Maté absolviert und arbeite als CI-informed Professional und CI Trainee. Dieser Ansatz hat meine Art zuzuhören, mich auf mein Gegenüber einzustimmen und Menschen zu begleiten, weiter vertieft.
Compassionate Inquiry lehrt, über Symptome hinauszuschauen und der inneren Erfahrung, die ihnen zugrunde liegt, mit Neugier zu begegnen. Nicht durch Analyse oder Korrektur, sondern indem mit Mitgefühl und Präzision erforscht wird, was sich im gegenwärtigen Moment zeigt. Diese Haltung ist tief im Herz-&-Gehirn-Heilungsprozess verankert.
Neurowissenschaft der Veränderung und Neuroplastizität
Veränderung erfordert mehr als Einsicht. Aus den Neurowissenschaften wissen wir, dass nachhaltige Veränderung entsteht, wenn neue neuronale Verbindungen gebildet werden und alte, automatisierte Muster an Dominanz verlieren. Meine Arbeit ist unter anderem von der Neuroscience of Change geprägt, darunter durch Trainings bei Amanda Blake.
Gezielte Aufmerksamkeit, Reflexion, Fokus und verkörpertes Handeln spielen dabei eine zentrale Rolle. Wenn Erfahrungen nicht nur verstanden, sondern auch körperlich erlebt und integriert werden, entsteht Raum für echte Veränderung. Dies bildet eine wichtige Grundlage dafür, wie ich mit der Denk- und Fühlschleife arbeite, durch die Trauma aufrechterhalten wird.
Systemisches und relationales Arbeiten
Der Mensch existiert nie losgelöst von seinem Kontext. Aus systemtheoretischer Perspektive betrachte ich den Einfluss von Familiensystemen, Beziehungen und dem sozialen Umfeld auf Beschwerden und Verhaltensmuster. Loyalitäten, Bindungsmuster und Überlebensstrategien entstehen häufig in Beziehung zu anderen und müssen daher auch im Beziehungskontext gesehen und verstanden werden.
Diese systemische Perspektive zieht sich wie ein roter Faden durch meine Arbeit mit Einzelpersonen, Paaren und Familien und bildet ein wichtiges Fundament des Herz-&-Gehirn-Heilungsprozesses.
Emotionsfokussierte Therapie und Familienarbeit
In der Arbeit mit Paaren und Familien orientiere ich mich an den Grundprinzipien der Emotionally Focused Therapy und der Emotionally Focused Family Therapy. Diese bindungsorientierten Ansätze zielen darauf ab, emotionale Sicherheit wiederherzustellen, destruktive Interaktionsmuster zu erkennen und zu lernen, sich wieder aufeinander einzustimmen.
In meiner Arbeit werden diese Modelle nicht rein technisch angewendet, sondern in einen umfassenderen traumasensiblen Rahmen integriert, der auch das Nervensystem und die Körperwahrnehmung einbezieht.
Kognitive Ansätze, integriert und vertieft
Die kognitive Verhaltenstherapie bildet ein wichtiges Fundament innerhalb der Psychologie und spielt auch in meiner Arbeit eine Rolle. Nicht als eigenständige Technik, sondern integriert in einen verkörperten Ansatz. Gedanken und Überzeugungen beeinflussen, wie Menschen sich fühlen und verhalten, können bei Trauma jedoch nicht losgelöst von körperlichen Reaktionen und emotionaler Belastung betrachtet werden.
Durch die Verbindung kognitiver Erkenntnisse mit körperorientierter Arbeit entsteht Raum, Muster nicht nur zu verstehen, sondern sie tatsächlich zu verändern.
Achtsamkeit und geführte Meditation
Meditation und Achtsamkeit werden in meiner Arbeit zur Unterstützung der Selbstregulation und Genesung eingesetzt. Ich arbeite hauptsächlich mit geführten, audiobasierten Meditationen, die Sicherheit und Orientierung bieten, insbesondere für Menschen mit Trauma.
Diese Form der Meditation hilft dem Gehirn und dem Nervensystem, einen anhaltenden Zustand der Alarmbereitschaft zu verlassen, und unterstützt Neuroplastizität, emotionale Integration und die Wiederherstellung innerer Ruhe. Die Meditationen sind dabei kein Selbstzweck, sondern ein unterstützender Bestandteil des Heilungsprozesses.
Energiemedizin und schamanische Weisheit
Meine Arbeit wird zudem durch Ausbildungen in Energiemedizin und schamanischer Arbeit geprägt, darunter das Energy Medicine Training in Chile bei Alberto Villoldo und Marcella Lobos. Dort arbeitete ich mit dem Medizinrad, energetischen Mustern und rituellen Formen der Heilung.
Diese Ansätze werden in meiner Arbeit nicht isoliert oder esoterisch eingesetzt, sondern sorgfältig in einen psychologischen und traumasensiblen Rahmen integriert.
Ein integrierter professioneller Rahmen
All diese Methoden, Ausbildungen und Inspirationsquellen bilden gemeinsam den professionellen Rahmen des Herz-&-Gehirn-Heilungsprozesses. Sie sind nicht dazu gedacht, nebeneinander zu stehen, sondern sich gegenseitig zu vertiefen und zu ergänzen.
Der Ausgangspunkt bleibt dabei immer derselbe: Trauma verlangt keine schnellen Lösungen, sondern Aufmerksamkeit, Sicherheit, Regulation und einen sorgfältig aufgebauten Prozess. Auf dieser Grundlage entsteht nicht nur Heilung, sondern auch Raum für posttraumatisches Wachstum, Sinnfindung und eine neue Beziehung zu sich selbst und zum Leben.